Nachhaltige Ernährung: die grössten Hebel im Schweizer Alltag

Nachhaltige Ernährung ist in den letzten Jahren immer präsenter geworden, sei es in den Medien, in Ernährungsempfehlungen oder in politischen Diskussionen. Gleichzeitig ist der Begriff oft unscharf und wird unterschiedlich interpretiert. Für viele Menschen bleibt unklar, was nachhaltige Ernährung konkret bedeutet und wie sie sich im Alltag umsetzen lässt.

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Tatsächlich betrifft unsere Ernährung weit mehr als nur die eigene Gesundheit. Sie hat Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und wirtschaftliche Strukturen. Gerade in der Schweiz verursacht der Ernährungsbereich einen bedeutenden Teil der Umweltbelastung. Gleichzeitig gehen jährlich grosse Mengen an Lebensmitteln verloren.

Dieser Blogbeitrag soll einen Überblick geben, was unter nachhaltiger Ernährung verstanden wird, welche Bereiche dabei besonders relevant sind und wo im Alltag realistische Ansatzpunkte liegen, damit jede:r etwas tun kann.

Um die nachhaltige Ernährung greifbar zu machen, müssen wir zuerst klären, was darunter verstanden wird und welche Bereiche eine Rolle spielen.

Was bedeutet nachhaltige Ernährung?

Nachhaltige Ernährung beschreibt eine Ernährungsweise, die Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt gemeinsam berücksichtigt. Sie zielt darauf ab, heutige Bedürfnisse zu decken, ohne die Möglichkeiten für zukünftige Generationen zu gefährden. Ziel einer nachhaltigen Ernährung ist es, die Gesundheit des Menschen zu fördern und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen. Der Schutz unseres Lebensraums trägt massgeblich zu unserer Gesundheit bei. So kann beispielsweise Luftverschmutzung die Gesundheit der Atemwege beeinträchtigen, während Klimaveränderungen durch beispielsweise Ernteausfälle die Ernährungssicherheit gefährden.

Der Begriff Nachhaltigkeit kann verschieden eingesetzt werden. Es gibt beispielsweise verschiedene Arten von Nachhaltigkeit:

  • Ökologische Nachhaltigkeit umfasst unter anderem den Verbrauch von Wasser, Energie und Land, den Ausstoss von Treibhausgasemissionen sowie die Bodenqualität. Eine nachhaltige Ernährung zielt darauf ab, Umweltbelastungen entlang der gesamten Lebensmittelkette möglichst gering zu halten, von der Produktion bis zum Konsum.
  • Gesundheitliche Nachhaltigkeit beinhaltet einen gesundheitsfördernden Lebensstil. Dazu zählen eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung ebenso wie ausreichend Bewegung, ein bewusster Umgang mit Stress und eine langfristig stabile Alltagsstruktur.
  • Soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt beispielsweise soziale Aspekte wie die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, traditionelle Essgewohnheiten sowie faire Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelproduktion. Nachhaltige Ernährung bedeutet auch, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die an der Herstellung unserer Lebensmittel beteiligt sind.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit bezieht sich auf einen verantwortungsvollen Umgang mit finanziellen Ressourcen. Dazu gehören unter anderem das Vermeiden unnötiger Kosten durch Lebensmittelverschwendung sowie die Sicherung fairer und stabiler Einkommensquellen entlang der gesamten Produktionskette.
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Eine nachhaltige Ernährung umfasst somit mehrere Dimensionen, die eng miteinander verknüpft sind. Welche Umweltbelastungen relevant sind und wie man diese konkret messen kann, ist ein häufig diskutiertes Thema. Oft wird die Umweltbelastung an der Menge CO₂ gemessen, die entlang der Wertschöpfungskette eines Lebensmittels entsteht.

In der Schweiz macht die Ernährung rund ein Drittel der gesamten Umweltbelastung aus. Das zeigt, welchen grossen Einfluss unsere täglichen Essensentscheidungen haben. Gleichzeitig liegt darin auch eine Chance: Durch bewusste Entscheidungen im Alltag können wir alle einen Beitrag leisten.

Um diesen Einfluss besser einzuordnen, schauen wir im nächsten Schritt, welchen Beitrag die Lebensmittelwahl insgesamt zur Umweltbelastung leistet und an welchen Stellen wir mit unserem Konsum den grössten Hebel haben.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“
(Mahatma Gandhi)

Warum betrifft mich das Thema Nachhaltigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit betrifft uns alle, ob wir wollen oder nicht.

Besonders im Bereich Ernährung hat unser Alltag einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit, unseren Lebensraum und langfristig auch auf gesellschaftliche Strukturen. Nachfolgend einige zentrale Aspekte, die zeigen, warum eine nachhaltige Ernährung auch persönlich relevant ist.

Gesundheit

Die Anzahl an nicht übertragbaren Krankheiten (Non-Communicable Diseases, NCD) nimmt weltweit gesehen, aber auch in der Schweiz, stetig zu. Dazu gehören Krebserkrankungen, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht, psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen. In der Schweiz sind ca. 2.2 Millionen Menschen von NCD’s betroffen (Schweizer Ernährungsstrategie 2025-2034). Diese Erkrankungen stehen in engem Zusammenhang mit Lebensstilfaktoren, insbesondere Ernährung und Bewegung.

Eine nachhaltige Ernährung ist mehrheitlich pflanzenbetont und könnte bei richtiger Umsetzung unter anderem folgende gesundheitliche Vorteile mit sich bringen:

  • Eine Reduktion gesättigter Fettsäuren aus tierischen Produkten kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypercholesterinämie und Übergewicht senken.
  • Eine höhere Zufuhr an Nahrungsfasern kann die Sättigung verbessern, den Blutzucker stabilisieren und die Darmgesundheit positiv beeinflussen.
  • Pflanzliche Lebensmittel liefern zahlreiche Mikronährstoffe und bioaktive Substanzen, die entzündungshemmend wirken können.

Entlastung des Gesundheitssystems

Durch bewusste Alltagsentscheide bezüglich Bewegung und Ernährung können wir unsere eigene Gesundheit aktiv beeinflussen. Präventives Handeln kann langfristig dazu beitragen, das Gesundheitssystem sowie individuelle Gesundheitskosten (z.B. Krankenkassenprämien) zu entlasten. Dafür sollte bereits präventiv, also vorbeugend, gehandelt werden und nicht erst bei Krankheit.

Selbstwirksamkeit durch Wissen

Ein zentraler Faktor, um gesundheitsfördernde Entscheidungen zu treffen, ist der Zugang zu verlässlichen Informationen. Wissen erleichtert es, Zusammenhänge zu verstehen und eigenständig Entscheidungen zu treffen. Die Schweizer Ernährungsstrategie 2025 – 2034 legt dabei einen starken Fokus auf die Eigenverantwortung der Konsument:innen.
Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich in der Regel nicht nur positiv auf die Gesundheit aus, sondern kann gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren. Entscheidend ist die richtige Umsetzung. Genau hier setzen fundierte Informationen und professionelle Begleitung an, sei es durch diesen Blogbeitrag oder in einer persönlichen Ernährungsberatung.

Schutz der Umwelt als Teil der Selbstfürsorge

Ein bewusster Umgang mit unserer Umwelt wirkt sich nicht nur auf ökologische Systeme aus, sondern auch direkt auf unsere eigene Gesundheit und Lebensqualität. Die Qualität der Lebensmittel, die wir konsumieren, die Beschaffenheit unserer Umgebung und unser tägliches Bewegungsverhalten stehen in engem Zusammenhang mit unserem Wohlbefinden.

Wer sich für frische, saisonale und regionale Lebensmittel entscheidet, unterstützt nicht nur eine ressourcenschonendere Produktion, sondern tut auch dem eigenen Körper etwas Gutes. Solche Produkte sind häufig nährstoffreicher, weniger stark verarbeitet und benötigen in der Regel weniger Verpackung. Labels, Herkunft und Saisonalität können dabei als Orientierung dienen, um qualitativ hochwertigere Produkte zu wählen.

Auch Verpackungen spielen eine Rolle: Kunststoff lässt sich im Alltag oft nur schwer vermeiden, gleichzeitig ist noch nicht abschliessend geklärt, wie sich Mikroplastik, das über Nahrung, Wasser oder Luft aufgenommen wird, langfristig auf den menschlichen Körper auswirkt. Da Mikroplastik im Körper kaum abgebaut wird und sich in verschiedenen Geweben anreichern kann, wird ein Zusammenhang mit gesundheitlichen Auswirkungen, z.B. auf Stoffwechsel, Reproduktion oder neurologische Erkrankungen diskutiert. Auch wenn hier strukturelle Veränderungen notwendig sind, können individuelle Entscheidungen eine Entwicklung in diese Richtung unterstützen.

Umweltschutz zeigt sich jedoch nicht nur in der Ernährung. Aktive Mobilität, wie zu Fuss gehen oder Velofahren, schont Ressourcen und bringt gleichzeitig gesundheitliche Vorteile mit sich: mehr Bewegung im Alltag, Stressreduktion und positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System.

Nicht zuletzt ist auch der Erhalt der Biodiversität von Bedeutung. Eine vielfältige Pflanzenwelt trägt zur Qualität unserer Lebensmittel bei, unterstützt die Ernährungssicherheit und beeinflusst unseren Lebensraum. Grünflächen, Natur und eine lebendige Umwelt wirken sich nachweislich positiv auf die psychische Gesundheit aus, sie fördern Erholung, reduzieren Stress und steigern das Wohlbefinden.

Der Schutz der Umwelt kann daher auch als Form der Selbstfürsorge verstanden werden. Indem wir bewusste Entscheidungen treffen, gestalten wir nicht nur unsere Umwelt lebenswerter, sondern investieren gleichzeitig in unsere eigene körperliche und mentale Gesundheit.

Welchen Einfluss hat unsere Ernährung auf die Umweltbelastung?

Die Ernährung macht rund ein Drittel der gesamten Umweltbelastung in der Schweiz aus. Diese Zahl ist hoch und zeigt, wie relevant unser täglicher Konsum im Bereich Ernährung ist. Gleichzeitig bietet genau dieser Bereich auch grosses Potenzial, um durch bewusste Entscheidungen etwas zu bewirken.

Dabei entstehen die Umweltbelastungen nicht ausschliesslich innerhalb der Schweiz. Da viele Lebensmittel importiert werden, fällt ein grosser Teil der Umweltwirkungen im Ausland an. Unser Konsumverhalten wirkt somit global – auch wenn wir lokal einkaufen. Um den Einfluss der Ernährung realistisch zu beurteilen, ist es deshalb wichtig, Ernährung im globalen Kontext zu betrachten.

Die „Planetary Health Diet“ ist ein internationales Konzept. Es wurde für die Umsetzung einer gesunden Ernährung, die die planetaren Grenzen berücksichtigt und unsere Gesundheit unterstützt, entwickelt. Würde diese Ernährungsform global umgesetzt werden, könnten die Treibhausgasemissionen um fast 20 % gesenkt werden (Yanxian Li et al., 2024).

Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, Umweltbelastungen zu senken und gleichzeitig die Gesundheit zu fördern. Zur Orientierung können dabei auch die Ernährungsempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) herangezogen werden. Sie bieten eine praxisnahe Grundlage für eine gesundheitsfördernde und nachhaltigere Ernährungsweise.

Aktueller Konsum in der Schweiz im Vergleich zu den Empfehlungen
(BLV Ernährungsstrategie 2025-2034, menüCH Studie):


Womit haben wir in der Ernährung den grössten Einfluss auf die Umwelt?

Zugegeben: Im Bereich Ernährung ist es nicht immer einfach den Überblick zu behalten.

Transport, Verarbeitung und Verpackung der Lebensmittel machen zusammen ca. 10 % der Umweltbelastung aus. Super, wenn du dich darauf achtest weniger Abfall zu produzieren, behalte dies unbedingt bei. Auch auf regionale und saisonale Produkte zu achten, macht durchaus Sinn, da diese weniger weite Transportwege und eine bessere Nährstoffqualität aufweisen.
Diese Aspekte stehen oft im Fokus. Sie sind zwar relevant, machen aber vergleichsweise einen kleinen Teil der Umweltbelastung aus.

Um einen grösseren Einfluss zu erzielen, lohnt es sich, den Blick auf die einzelnen Lebensmittelgruppen zu richten. Die Art der konsumierten Lebensmittel hat einen relevanteren Einfluss als oben genannte Detailaspekte.

Wie beschrieben, macht die Ernährung rund ein Drittel der gesamten Umweltbelastung aus. Etwa die Hälfte davon entsteht durch den Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eier oder Milchprodukte. In der anderen Hälfte spielen vor allem Genussmittel wie Schokolade, Kaffee, Süssgetränke oder Alkohol eine zentrale Rolle. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lebensmittelverschwendung (Foodwaste), die unabhängig von der konkreten Ernährungsweise anfällt.

Um den eigenen Einfluss realistisch einschätzen zu können, ist es daher sinnvoll, sich auf diese zentralen Aspekte zu konzentrieren:

  • Konsum tierischer Produkte
  • Genussmittel (Kaffee, Schokolade, Süssigkeiten, Alkohol)
  • Lebensmittelverschwendung (Foodwaste)

In den folgenden Abschnitten wird erläutert, warum genau diese Bereiche besonders relevant sind und wie bereits kleine Anpassungen im Alltag einen Unterschied machen können.

Reduktion tierischer Lebensmittel

Tierische Produkte machen den grössten Teil der Umweltbelastungen aus. Besonders die Produktion von Fleisch ist mit einem hohen Verbrauch an Land und Wasser verbunden und verursacht, unter anderem durch die Wiederkäuerhaltung, relevante Treibhausgasemissionen. Zudem ist die Kalorien- und Ressourceneffizienz im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln deutlich geringer.

Zum Vergleich:
Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch werden im Durchschnitt rund 15’000 Liter Wasser und etwa 50 m² Land benötigt, zudem entstehen rund 20 kg Treibhausgasemissionen.

Für 1 kg Tofu werden zwar ebenfalls Ressourcen eingesetzt (rund 1’000 Liter Wasser), die verursachten Treibhausgasemissionen liegen jedoch deutlich tiefer (ca. 1.7 kg CO₂-Äquivalente).

Unabhängig davon ist der durchschnittliche Konsum von Fleisch in der Schweiz deutlich über den Empfehlungen. Im Jahr 2024 haben Schweizer:innen im Durchschnitt pro Person 50 kg Fleisch (ohne Fisch und Krustentiere) konsumiert. Dies entspricht etwa 137 g Fleisch pro Tag, davon rund 80 g rotes Fleisch.

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt einen moderaten Fleischkonsum (50-70g pro Tag) im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung. Auch die Planetary Health Diet sieht deutlich geringere Mengen vor (max. 43 g pro Tag), insbesondere für rotes Fleisch (max. 14 g). Dabei ist wichtig zu betonen: Fleisch ist ein nährstoffreiches Lebensmittel und kann zur Protein- und Eisenversorgung beitragen. Ein hoher und regelmässiger Konsum, insbesondere von verarbeitetem Fleisch, ist jedoch mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

Neben dem Fleischkonsum beeinflusst auch der Konsum von Milchprodukten und Eiern den ökologischen Fussabdruck. Bei Milchprodukten fällt die Umweltbelastung vor allem durch die Wiederkäuerhaltung, Futterprodukten und der Verarbeitung und Kühlung der Produkte an. Bei Hühnern ist die Umweltbelastung besonders auf die energieaufwändige Stallhaltung und den Import von Kraftfutter zurückzuführen. Viele Verarbeitungsschritte der beiden Produkte laufen automatisiert ab, was einen höheren Energieaufwand mit sich bringt.

Sowohl Eier wie auch Milchprodukte tragen zur Abdeckung des Proteinbedarfs bei. Milch ist ausserdem für viele zur Abdeckung des Calciumbedarfs relevant. Diese Nährstoffe sind bei einer Reduktion bewusst zu beachten und werden daher oft den pflanzlichen Alternativen zugesetzt. 

Um einen bewussteren Umgang mit tierischen Produkten zu entwickeln, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Wer aktuell täglich Fleisch konsumiert, kann beispielsweise damit beginnen, einzelne Mahlzeiten oder Tage pflanzenbasiert zu gestalten. Wichtig dabei ist, tierische Produkte nicht einfach wegzulassen, sondern gezielt zu ersetzen, um eine bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. Zu beachten ist:

  • Eine ausgewogene Mahlzeit besteht aus 3 Komponenten à Stärkebeilage / Protein / Gemüse oder Früchte
  • Tierische Proteinquellen sollten bei einer Reduktion durch geeignete pflanzliche Alternativen ersetzt werden, z. B. Produkte auf Sojabasis wie Tofu, Tempeh oder Sojahack
  • Erweitern Sie ihr Lebensmittelspektrum, je vielseitiger, desto besser. Testen Sie beispielsweise 1x pro Woche ein neues Lebensmittel
  • Geschmack spielt eine zentrale Rolle: Neue Lebensmittel lassen sich oft gut integrieren, wenn sie ähnlich gewürzt und zubereitet werden wie bekannte Gerichte. Beispielsweise können Sie den Tofu gleich marinieren, wie Sie dies beim Fleisch tun würden.
  • Bei einer vollständig pflanzlichen (veganen) Ernährung ist eine Supplementation von Vitamin B12 notwendig

Fazit tierische Produkte: Da tierische Produkte, insbesondere Fleisch, einen grossen Einfluss auf die Umweltbelastung haben, ist jede Reduktion sinnvoll. Die Ernährung muss dabei nicht vollständig pflanzlich sein, um positive Effekte für Umwelt und Gesundheit zu erzielen. Entscheidend ist eine ausgewogene Umsetzung mit geeigneten Alternativen.

Genussmittel

Neben tierischen Produkten tragen auch Genussmittel wesentlich zur Umweltbelastung der Ernährung bei. Dazu zählen unter anderem Schokolade, Kaffee, Süssgetränke und alkoholische Getränke. Die Rohstoffe für viele dieser Produkte stammen aus tropischen Regionen, werden über weite Strecken transportiert und oft energieintensiv weiterverarbeitet.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind viele Genussmittel nicht notwendig, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Ein bewusster Konsum im Mass ist daher sinnvoll. Als Orientierung gilt beispielsweise eine kleine Portion pro Tag, etwa eine Reihe Schokolade oder zwei bis drei Guetzli.

Kaffee weist keine relevanten gesundheitlich negativen Effekte auf, belastet jedoch durch Anbau, Transport und Röstung die Umwelt. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher einen moderaten Konsum von maximal drei Tassen pro Tag.

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Bei Alkohol ist die Situation anders: Alkohol wirkt zellschädigend und ist mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken verbunden. Aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht ist es daher empfehlenswert, alkoholische Getränke möglichst zu vermeiden oder nur sehr selten zu konsumieren.

Fazit Genussmittel: Genussmittel sollten bewusst und in moderaten Mengen konsumiert werden. Sie liefern meist keinen gesundheitlichen Nutzen, verursachen jedoch eine relevante Umweltbelastung. Ein reduzierter Konsum kommt sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt zugute.

Lebensmittelverschwendung (Foodwaste)

Auch ohne grundlegende Änderungen in der Ernährungsweise lässt sich die Umweltbelastung deutlich reduzieren, indem keine Lebensmittel verschwendet werden.

Wusstest du, dass ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet wird? Oder wusstest du, dass im Detailhandel viel Essen weggeworfen wird, beispielsweise das täglich frisch zubereitete Brot, dass bis zum Ladenschluss im Regal ist und danach entsorgt wird? Erstaunlich dabei ist, dass in der Schweiz die grösste Verschwendung von Lebensmitteln nicht im Detailhandel, sondern in privaten Haushalten anfällt.

Häufige Gründe für Food Waste im Alltag sind:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum
    „Mindestens haltbar bis“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel danach ungeniessbar ist. Viele Produkte können deutlich länger konsumiert werden. Verlass dich hier auf deine Sinne: Schau das Lebensmittel an, rieche daran und probiere im Zweifel eine kleine Menge.
  • Überkonsum
    Einkaufen ohne Planung oder mit Hunger führt häufig dazu, dass mehr gekauft wird als nötig. Eine einfache Einkaufsliste und eine grobe Menüplanung können helfen, den Überblick zu behalten und Spontankäufe zu reduzieren.
  • Resteverwertung
    Was machst du, wenn du zu viel gekocht hast? Gekochte Reste oder ältere Lebensmittel werden oft entsorgt, obwohl sie noch gut verwertbar wären. Hartes Brot lässt sich zum Beispiel zu Paniermehl raffeln oder du kannst einige Gerichte damit kochen wie beispielsweise Apfel-Rösti oder Fotzelschnitte.

Deine persönliche Foodwaste-Reflexion. Eine einfache und wirkungsvolle Übung ist es, dein eigenes Wegwerfverhalten während einer Woche bewusst zu beobachten:

  • Wie oft wirfst du Lebensmittel weg? Was ist der Grund dafür?
  • Welche Lebensmittel wirfst du am häufigsten weg? Wie könntest du diese verwerten?
  • Was machst du mit kleinen Resten z.B. 3-4 Gabeln voll, die nicht mehr eine ganze Mahlzeit ergeben?
  • Was machst du mit Abrüstresten von geschältem Gemüse?
  • Was machst du mit altem Brot?
  • Wie viel Abfall fällt bei dir in 1 Woche an? Woraus besteht er?

Diese Reflexion hilft dir, konkrete Ansatzpunkte zu erkennen, mit denen du die Lebensmittelverschwendung in deinem Alltag reduzieren kannst – oft ohne grossen Aufwand.

Fazit: Was kannst du im Alltag konkret tun?

Nachhaltige Ernährung bedeutet nicht, alles auf einmal zu verändern oder perfekt zu essen. Vielmehr geht es darum, den eigenen Konsum bewusst zu reflektieren und dort anzusetzen, wo der grösste Einfluss liegt. Bereits kleine, realistische Anpassungen im Alltag können einen positiven Effekt auf Umwelt und Gesundheit haben.

Die wichtigsten Ansatzpunkte sind dabei:

  • Tierische Produkte bewusst konsumieren, insbesondere Fleisch. Orientiere dich an den Empfehlungen einer ausgewogenen Ernährung und probiere neue pflanzliche Alternativen aus, um dein Lebensmittelspektrum zu erweitern.
  • Genussmittel reflektiert einsetzen. Überlege dir, wie oft und in welchen Mengen du Kaffee, Süssigkeiten oder Alkohol konsumierst, und baue diese bewusst als Genussmomente ein.
  • Lebensmittelverschwendung vermeiden. Plane deine Einkäufe, nutze Reste kreativ weiter und verlasse dich bei abgelaufenen Produkten auf deine Sinne statt nur auf das Datum.
  • Regionalität und Saisonalität berücksichtigen, um lokale Produzent:innen zu unterstützen, Flugwaren zu vermeiden und von einer guten Nährstoffqualität zu profitieren. Saisonkalender oder regionale Gemüse-Abos können dabei hilfreich sein.

Neben der Ernährung gehört auch ein gesundheitsfördernder Lebensstil dazu: Sorge gut für dich, bewege dich regelmässig, wähle aktive Wege im Alltag und nimm dir Zeit für Erholung. Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht, sondern einen achtsamen Umgang mit den eigenen Ressourcen und mit denen unserer Umwelt.

Möchtest du weiter eintauchen?

Nachhaltige Ernährung ist ein breites Thema – und niemand muss alles auf einmal umsetzen. Vielleicht hat dich ein Aspekt besonders angesprochen, vielleicht möchtest du einzelne Punkte vertiefen oder dein eigenes Konsumverhalten reflektieren.

Wenn du Lust hast, dich spielerisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, teste dein Wissen in unserem Quiz zur nachhaltigen Ernährung auf Instagram. Dort findest du alltagsnahe Fragen, Denkanstösse und kurze Erklärungen rund um Ernährung, Umwelt und Gesundheit.

Wenn du darüber hinaus gezielt weiterlesen, hören oder praktische Tools nutzen möchtest, haben wir dir im Folgenden eine Auswahl an seriösen und hilfreichen Ressourcen zusammengestellt.

Weiterführende Informationen & Tools

Diese Ressourcen bieten fundierte Hintergrundinformationen und praktische Hilfestellungen rund um nachhaltige Ernährung:

Wenn du nach konkreten Ideen für die Umsetzung suchst:

Diese Apps können dich im Alltag unterstützen:

  • Too Good To Go: Lebensmittel retten und Food Waste reduzieren
  • Happy Cow: Pflanzliche Optionen beim Auswärtsessen finden
  • WWF Fischratgeber: Orientierung beim Fischkauf

Podcasts & Inspiration – Für alle, die sich lieber hörend mit dem Thema beschäftigen:

  • Podcast „Honigmelonenmond“
  • Planetary Health Diet Podcast / Planetary Health Academy

Quellen

  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV): Ernährungsstrategie 2025-2034
  • The Lancet: Planetary Health Diet
  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)
  • Yanxian Li et al. (2024); Reducing climate change impacts from the global food system through diet shifts; Natural Climate Change (14) 943-953; doi: 10.1038/s41558-024-02084-1 
  • Podcast Honigmelonenmond
  • Swissveg: Schlachtzahlen Schweiz 2024
  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV): Umweltbericht CH, 2022
  • Umweltcheck von WWF und Greenpeace
  • ESU Services zur umweltfreundlichen und gesunden Ernährung

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